Gnade für Griechenland


Die EU und die Troika sind also doch lernfähig: Nachdem Spanien fast ohne Auflagen 100 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsfonds für die wankenden Banken des Landes bekommen hat und die Parteien in Athen nun unisono Gleichbehandlung verlangen, ist die EU-Kommission offenbar bereit, das harte Sparprogramm für Griechenland abzumildern. Vor der Entscheidungswahl über den Verbleib des Landes im Euro am Sonntag möchte Brüssel das allerdings nicht bestätigen, um nicht Wahlkampf für das linke griechische Wahlbündnis zu machen, das genau dies seit Monaten fordert.

Nach der Wahl wird das aber sehr schnell anders aussehen. Die Abgesandten der Troika aus EU, EZB und IWF stehen bereit, mit einer neuen Regierung in Athen rasch die Bedingungen für das griechische Hilfsprogramm nachzuverhandeln. Es geht ja auch nicht anders, wenn Merkel & Co Hellas nicht endgültig in die wirtschaftliche Depression und ins politische Chaos stürzen wollen.

Das Linksbündnis sollte in die Gesprächen und eine neue Regierung nach meiner Ansicht unbedingt eingebunden werden. Denn sonst gibt es keine Chance, dass selbst ein abgemildertes Sanierungsprogramm jemals Akzeptanz bei den Griechen findet. Und ohne die kann es wiederum nicht wirken. Die Altparteien Neo Domocracia und Pasok haben das Land über Jahrzehnte in seine desolate Lage gebracht. Wieder nur auf sie zu setzen hieße, die Brandstifter zur Feuerwehr zu machen. Das ist noch nie gut ausgegangen.

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