Bleiben Sie auf dem Teppich, Dirk Niebel


Unser Mininister für Entwicklungshilfe, der offenbar selber welche benötigt, hat in Afghanistan einen Teppich gekauft. Das ist ja erstmal gut: Besser die Afghanen knüpfen Teppiche, als dass die sich weiter gegenseitig bekriegen und umbringen. Also eine Art private Entwicklungs- und Friedenshilfe des ehemaligen Kibbuz-Helfers, Fallschirmjägers und Bundeswehr-Hauptmanns der Reserve. Dass er den Teppich mit einer Maschine des BND stickum nach Deutschland fliegen ließ, war schon ein bisschen dümmer. Aber dass ihm bzw. seinem Fahrer dann beim Abholen irgendwie entgangen sein soll, dass man ein solchs Knüpfwerk in Deutschland bei der Einfuhr verzollen muss,… Tja, was soll man dazu sagen? Außer s.o.

Aber eigentlich hat der gewichtige Ex-FDP-Generalsekretär nur konsequent gehandelt. Schließlich setzt sich seine Partei schon lange dafür ein, die Steuer- und Abgabenlast zu senken. Als überzeugter liberaler Staatsgegner hat er da einfach zur Selbsthilfe gegriffen und seine private Abgabenlast an dieser Stelle auf Null gesenkt. Dumm nur, dass seine Chefin Angela Merkel deswegen ziemlich sauer ist, hat die Kanzlerin doch schon genug an den Backen, und ihren Minister öffentlich rügen ließ. Und noch dümmer, dass sich jetzt auch noch die Justiz für diese ministerielle Zollhinterziehung interessiert.

Andere Politiker musste schon wegen kleinerer Vergehen gehen. Man denke nur an den abgestürzten Parteifreund Jürgen Möllemann und sein ministerielles Empfehlungsschreiben für die Einkaufswagen-Chips seines Verwandten.

Aber was soll man schon von einem Mann erwarten, der noch im letzten Wahlkampf das Entwicklungshilfeministerium abschaffen wollte, um es hernach selber zu übernehmen, dort verdiente, treue FDP-Mitkämpen unterzubringen und sich den Laden so zur Parteibeute zu machen? Der gibt nicht so schnell auf! Ist ja viel zu schön der Posten, da kann man so nett in farbenprächtige Länder reisen und dabei seine alte Bundeswehr-Käppi auftragen.

Vielleicht aber hätte sich der fesche Mützenträger bei seinem Besuch im Bundeswehr-Kriegsland Afghanistan besser einen fliegenden Teppich kaufen sollen. Denn dann hätte er den Zoll noch eleganter umgehen oder selber damit entschweben können. Es hättten ihn vermutlich nicht so viele vemisst.

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